Fastentuch 2015


Meinst Du mich?


Schwechater Fastentuch 2007 von Max Rauch

In unserer Zeit lasten viele Erwartungen auf uns: Wir müssen „funktionieren“ – im Job, in der Familie, als Teilnehmer/in oder Mitglied. Es gilt, sich einzufügen, einfach die zugewiesene Rolle zu spielen. Doch: Wo bleibe dann ich – mit dem, was mir wichtig ist und mich ausmacht, mit meinen tiefen Sehnsüchten und Gefühlen?

Fast haben wir es verlernt, persönlich gemeint oder sogar geliebt zu sein. Und dann können wir es zumeist gar nicht glauben, wenn da ein Gott ist, der mich ganz persönlich meint und liebt. „Meinst Du mich? Wirklich mich?“ Es ist ein Gott, der sogar auf die belastete und in Unheil verstrickte Gestalt des Zachäus zeigt und sagt: „Zachäus, komm schnell herunter vom Baum. Ich muss heute bei Dir zu Gast sein!“ Ein Gott, der in das Haus auch meines Lebens einkehren will – um zu blei-ben!

Der erstaunte Blick spricht aus den Personen, die für das heurige Fastentuch prägend sind. Das kann doch nicht Wirklichkeit sein, dass er mich meint! Oder doch? Wirklich mich?

Die Fastenzeit zeigt sich so als Raum des Lernens und Aufatmens, wo ich immer mehr zu diesem Gott finde, der mich persönlich meint und liebt, der mich vom Funktionieren zum Leben führt, der mich ich selbst sein lässt. Fastenzeit als Zeit des Aufblühens & Lebendig werdens …